Dieser Beitrag berichtet von einigen früheren und aktuellen Forschungsprojekten im Bereich der historischen Soziolinguistik in (West-)Flandern und der niederländischen Provinz Zeeland. Vor allem der Forschungsansatz der language history from below, der den Sprachgebrauch einfacher Leute in den Mittelpunkt stellt, kommt explizit zur Sprache. Die Sichtweise ‚von unten‘ kann die traditionelle Sprachgeschichte, die vor allem auf formellen und literarischen Quellen beruht – häufig aus der Hand von bekannten Autoren – erweitern. Seit den 1990er Jahren werden an der Vrije Universiteit Brussel Studien zu den unteren sozialen Schichten und deren Sprache in Flandern durchgeführt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem 19. Jahrhundert. Sprachliche Entwicklungen sind zuerst in Brügge und später auch in anderen flämischen Städten untersucht worden. Das laufende Projekt Forgotten Voices from Below, das hier näher vorgestellt wird, hat seinen Ursprung in diesen früheren Untersuchungen. Es handelt sich um eine Untersuchung von Sprachvariation und Sprachwandel in Briefen, die von Soldaten und bedürftigen Bittstellern verfasst wurden. Wir schließen mit einer Diskussion über Armut und Armenpflege in Flandern, die als Hintergrundkontext für das laufende Projekt dient, und diskutieren das entscheidende, aber problematische Konzept der sozialen Schichten.
Original languageEnglish
Title of host publicationHistorische Soziolinguistik der Stadtsprachen
Subtitle of host publicationKontakt - Variation - Wandel
EditorsSimon Pickl, Elspaß Stephan
Place of PublicationHeidelberg
PublisherUniversitätsverlag Winter Heidelberg
Pages191-212
ISBN (Print)978-3-8253-6989-7
Publication statusPublished - Sep 2019

    Research areas

  • language history from below, Dutch, historical sociolinguistics

ID: 47180796